Archive for Oktober 2005

Hätten Sie’s gewußt?

Oktober 30, 2005

Es gibt das Abonnenten Orchester des DSO (Deutsches-Symphonie-Orchester). Abonnenten, die regelmäßig (wegen des Abonnements natürlich) zum DSO gehen, haben ein eigenes Orchester gegründet. Und das spielte gestern im Konzertsaal der UDK auf – zusammen mit den Benefizeltern des Canesius-Kolleg. Anlass waren 80 Jahre Canisius-Kolleg 1925—2005.

Gegeben wurde unter der Leitung von Andreas Hick die Coriolan-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven (die ich fälschlich als Egmont-Overtüre identifizierte, weil sich beide als Zugabe einer Einspielung der Pastorale, die ich besitze, in meiner Erinnerung vermischt haben) und das Doppelkonzert für Violine und Violoncello von Johannes Brahms. In der 2. Halbzeit gab es die 8. Symphonie von Antonin Dvorak unter der Leitung von Heinz Radzischewski und als erschröckliche Zugabe ein Straußschmarren, der einige im Auditorium zum rhythmischen Klatschen animierte.

Nun mag man einige Bedenken haben, das dies eine Veranstaltung mit klarer Dominanz der Kirche und da des Jesuiten-Ordens war. Doch was man aus der Ansprache von Herrn Mertens (Rektor) nach der Beethoven Overtüre heraushörte, findet zumindest viel Völkerverständigung über das Canesius-Kolleg statt, was durchaus positive Wirkung entfaltet.

Das Orchester selbst bestand nur zu ca. 30 % aus Profis, so dass man Abstriche bei der Qualität des Konzert machen musste. Gleichwohl war die Leistung des sehr gemischten Orchesters mit massiven Altersunterschieden, zwischen Gymnasiasten und Rentnern war alles vertreten, überzeugend. Die Beethoven Overtüre war nicht so richtig knackig und hier und da klang’s verschliffen, doch das Stück überzeugte von sich aus mit der ihm innewohnenden Dynamik.

Das Brahmssche Doppelkonzert, das schon zur schwereren Literatur zählt, fand seine Größe durch die beiden Solisten Mi-Kyung Lee (Violine) und Georg Faust (Cello), die ein perfekt getimetes Zusammenspiel hinlegten. Die Ovationen führten zu einer Zugabe der Beiden auf Grundlage eines Themas von Händel, in dem sie nochmals brillieren konnten.

Nach der Pause gab es die opulente Symphonie Nr. 8 von Dvorák, die ebenfalls recht ordentlich gespielt wurde und unter dem Aspekt der „Laienschaft“ des überwiegenden Teils des Orchesters als ganz außerordentlich bezeichnet werden kann.

Alles in allem war dies ein gelungener Konzertabend, der seinen Abschluß bei einem Glas Wein im Kolleg fand. – Übrigens ist die Akustik im Konzertsaal der UDK gar nicht so schlecht, wie ich habe reden hören.

Anbindung

Oktober 26, 2005

Ich bin nach wie vor dagegen, die Berliner städtischen Flughäfen zu schließen. – Und warum?

Weil die Fahrt von MUC (Franz-Joseph Strauß Flughafen zu München) in die Stadt ja schon eine Stunde dauert; und raus nach Starnberg gleich nochmal eine 3/4 Stunde. Leute, das geht doch nicht und wird in Berlin nicht viel anders.

Natürlich gibt’s vom Zoo einen Express raus nach Schönefeld. Aber nicht mit mir. Ich bin Tegelianer (nicht zu verwechseln mit einem Vertreter der Philosophie des großen Idealisten). Von Tür zu Flugsteig sind das bei mir 15 Minuten.

Davon abgesehen: London!

Genau, die 8-Millionen Stadt auf der Insel hinter dem Kanal. Da hat’s fünf (5) Flughäfen. Für Berlin sind drei (3) Flughäfen dann durchaus oportun. Und keine Widerrede.

Beruhigung

Oktober 26, 2005

Ich wollte mich schon wahllos aufregen über den Erfolg des Begriffs T*tt*n bei uns Kritikern, denn die werden richtig gut angenommen und sorgen für Traffic.

Ja Leute, habt Ihr nichts besseres zu tun als nach T*tt*n zu gucken?

Aber mich beruhigt, das endlich die B*dm*n-Welle nachlässt und dafür der Herr Graetz reüssiert und für durchschlagenden Erfolg sorgt.

Danke für den Zugriff dieses kunstsinnigen Publikums.

Bonuscontent folgt in kürze. Soviel Liebe zur Literatur soll belohnt werden.

Quellenforschung

Oktober 24, 2005

Übrigens bin ich wieder nüchtern.

Ja, wir haben Quellenforschung betrieben. Dieses erstaunlich versoffene Gedicht entstand im Rahmen einer Forschungsarbeit des mutmaßlich größten und besten Wolfgang Graetz Forschers unserer Tage und Nächte in der Tiergartenquelle, die, wie der Name schon sagt, ziemlich im Tiergarten liegt. Aber nicht wirklich.

Vor dem Lagebericht nur eines:Wolfgang Graetz saß mehr im Knast, als dass er die Tiergartenquelle (in den Jahren 1985 bis 1994 – ?) betrieb – Inhaber war er nicht, durfte er nicht, wegen des fehlenden sauberen polizeilichen Führungszeugnisses. – OK, Details sind mir nicht wirklich bekannt.

Saß er im Knast, hatte er Muse zu schreiben. In den 60ger und 70gern gab es einige ruhmreiche Theaterstücke und Hörspiele von ihm. Seinen Start schrieb er in meiner mittelhessischen Heimat: in der JVA Rockenberg. Äh, dort bin ich natürlich nicht beheimatet, sondern in einer größeren Siedlung in unmittelbarer Nähe zur Mittelhessenmetropole, die der Herr Georg Büchner mit dem Begriff hohle Mittelmäßigkeit in galante Worte zu fassen wusste.

Nachdem der Graetzforscher schon in diversen Lokalitäten (Zwiebelfisch, Kleine Weltlaterne) das Aroma des dichterischen Geistes genossen hatte, war nun letztgültig die Tiergarten Quelle dran.

Die Tiergarten Quelle (oder meinswegen Tiergartenquelle) befindet sich in der Bachstraße, unmittelbar unter der S-Bahnstation Tiergarten. Es handelt sich um eine alteingesessene Berliner Kneipe. Nein, es ist keine Eckkneipe. Es ist eine Unter-der-S-Bahn-Kneipe. Wer (Falsches Spiel mit) Roger Rabbit gesehen hat, weiß, was das Schönes heißt: ratternde S-Bahnen, die das Bier auf dem Tisch in Bewegung setzten.

Die Klientel ist wunderbar durchwachsen. Da sind Thekensitzer früherer Generationen, gutbürgerliches Publikum, Studenten, Touristen (sehr gerne Japaner) und Rocker mit alten Damenfahrrädern. Ausgeschenkt wird Lemke, Bier der Berliner Bierbrauerei, und gegessen wird zümpftig: Die Teller sind riesig, das Essen schmackhaft, die Mitarbeiter aufmerksam und (wir sind hier wirklich in Berlin!) freundlich.

Jeder Gast ist berechtigt, einen Bierdeckel zu beschriften und zu bemalen, und ihn dann auf die hohe Kante (dem Sims) zu stellen, zu den Hunderten anderen beschrifteten und bemalten Bierdeckeln, in vielen Sprachen und mit idiotischsten Kommentaren und natürlich Bildern. Darunter findet der findige Gast tatsächlich auch das kleine feine versoffene Gedicht auf den Herrn Wolfgang Graetz, Kneipje, Knasti und Schriftsteller.

Wolfgang Graetz

Oktober 23, 2005

Wenn Besuch in die Stadt einfällt, wird es nicht immer leicht. Menschen sind ja sowas von verschieden (ich meine natürlich nicht tot, sondern unterschiedlich)!

Wenn Wissenschaftler daherkommen (ohne despektierlich klingen zu wollen), dann stehen hochintellektuelle wie -destillate Gespräche auf der Tagesordnung.

Passen Sie auf, was jetzt kommt:

(Für bereits bekannte Leser, und ich tippe als hochdestillater Redner, der gerade den Korken aus einer sehr schönen Flasche Rioja– gemeint ist der Inhalt, die Flasche sieht aus wie eine Flasche auszusehen hat …:) für alteingessessene Leser, los geht’s

Hoch Wissenschaftlich also:

Der Graetz-Forscher im Sumpf berliner Eckkneipenrealität teilt nach einigen Gläsern Lemke folgendes mit:

Wolfgang, oh Wolfgang Graetz,
Das Bier dieser Quelle
Fließt wiehernd vom Fass.
Hät’s dich nicht gegeben, Wolfgang,
Wir würden die Humpen nicht heben,
Auf dich und dein himmlisches Trinkergesetz.

Natürlich und Absolut möchte der Leser es fassen: Alkohol, Du Übel der Welt.

Allein, ohne diesen Alleinunterhalter (gemeint ist der Alkohol, das liebe Stück) gäb’s solche Verse nicht und nicht die Kunst des Wolfgang Graetz und Günther Bruno Fuchs und des beachtlich langsamen Herrn Schnell.

Los der Woche

Oktober 22, 2005

Ich gehöre nun dazu. Ich bin in der Ingroup. Einer der Glücklichen, der sich auch gleich ein Los kaufen soll, meinen die Jungs und Mädels von WordPress. Ja, ich habe einen Blogaccount bei WordPress alleine durch die Kraft der eMail via macprofessionell.de ergattert.

Bevor hier vielleicht das Vorhergehende endet (Sonja hatte mich ja bereits in Saarbrücken gestärkt, den Sprung zu WordPress zu wagen, und als Corinna dann auch noch die Lockerness des Umgangs mit dem System pries, hab ich mir das näher angeschaut und auf einen Account gehofft), werde ich den Account da drüben in USAland testen und ggf. parallel betreiben.

Allerdings bringt das schon wieder einen Namenswechsel mit sich, doch wer mich kennt, weiss, dass man mit »Dany!« meine Aufmerksamkeit erlangt.

NB: Und Lotto muss ich jetzt auch noch spielen.

Starter

Oktober 21, 2005

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Vorübergehend soll hier parallel zum Ursprungsblog gepostet werden. Ob ein Umstieg erfolgt, werden wir dann sehen.