Hätten Sie’s gewußt?

Es gibt das Abonnenten Orchester des DSO (Deutsches-Symphonie-Orchester). Abonnenten, die regelmäßig (wegen des Abonnements natürlich) zum DSO gehen, haben ein eigenes Orchester gegründet. Und das spielte gestern im Konzertsaal der UDK auf – zusammen mit den Benefizeltern des Canesius-Kolleg. Anlass waren 80 Jahre Canisius-Kolleg 1925—2005.

Gegeben wurde unter der Leitung von Andreas Hick die Coriolan-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven (die ich fälschlich als Egmont-Overtüre identifizierte, weil sich beide als Zugabe einer Einspielung der Pastorale, die ich besitze, in meiner Erinnerung vermischt haben) und das Doppelkonzert für Violine und Violoncello von Johannes Brahms. In der 2. Halbzeit gab es die 8. Symphonie von Antonin Dvorak unter der Leitung von Heinz Radzischewski und als erschröckliche Zugabe ein Straußschmarren, der einige im Auditorium zum rhythmischen Klatschen animierte.

Nun mag man einige Bedenken haben, das dies eine Veranstaltung mit klarer Dominanz der Kirche und da des Jesuiten-Ordens war. Doch was man aus der Ansprache von Herrn Mertens (Rektor) nach der Beethoven Overtüre heraushörte, findet zumindest viel Völkerverständigung über das Canesius-Kolleg statt, was durchaus positive Wirkung entfaltet.

Das Orchester selbst bestand nur zu ca. 30 % aus Profis, so dass man Abstriche bei der Qualität des Konzert machen musste. Gleichwohl war die Leistung des sehr gemischten Orchesters mit massiven Altersunterschieden, zwischen Gymnasiasten und Rentnern war alles vertreten, überzeugend. Die Beethoven Overtüre war nicht so richtig knackig und hier und da klang’s verschliffen, doch das Stück überzeugte von sich aus mit der ihm innewohnenden Dynamik.

Das Brahmssche Doppelkonzert, das schon zur schwereren Literatur zählt, fand seine Größe durch die beiden Solisten Mi-Kyung Lee (Violine) und Georg Faust (Cello), die ein perfekt getimetes Zusammenspiel hinlegten. Die Ovationen führten zu einer Zugabe der Beiden auf Grundlage eines Themas von Händel, in dem sie nochmals brillieren konnten.

Nach der Pause gab es die opulente Symphonie Nr. 8 von Dvorák, die ebenfalls recht ordentlich gespielt wurde und unter dem Aspekt der „Laienschaft“ des überwiegenden Teils des Orchesters als ganz außerordentlich bezeichnet werden kann.

Alles in allem war dies ein gelungener Konzertabend, der seinen Abschluß bei einem Glas Wein im Kolleg fand. – Übrigens ist die Akustik im Konzertsaal der UDK gar nicht so schlecht, wie ich habe reden hören.


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