Drei Männer mit Hund

Die letzte Übersetzung von Drei Männer im Boot von Jerome K. Jerome stammt aus dem Hause Haffmans und ist derzeit als Einzige auf dem Markt zu haben. Zu unrecht.

Denn trotz des Anspruchs von Gerd Haffmans, »wir machen das, wenn wir es besser können als die andern«, vermag ich nicht zu erkennen, dass die Übersetzung von Arndt Kösling besser ist als frühere. Sie ist nur eine Variante, die für meine Begriffe zu modern geworden ist. Allzuviele lose Begriffe werden genutzt. Die Diktion ist brüchig. Man kann das kaum vorlesen – und vorlesen sollte man so ein Buch bei Gelegenheit. Die Übersetzung hat keine Melodie und auch ihre Fehler. Ich verweise immer wieder gerne auf den idiotischen Tennisarm, in den Housemaids Knee umgedichtet wurde. Nee, das eine hat mit dem andern aber auch gar nichts gemein.

Sie scheint mir ein Kind der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Aber so ist das mit Übersetzungen, sie sind immer nur Zeitzeugen. Doch das ist zugleich ihr Vorteil: Originale gibt es nur einmal. England hat eben nur einen Shakespeare (nun ja, es scheint den auch in zahlreichen kleineren Varianten zu geben), doch wir bekommen alle Zig Jahre eine Neue Übersetzung der Tragödien und Komödien Shakespeares. Was für ein Glück.

Da die Piper-Ausgabe die zur Zeit einzige Übersetzung ist, die man von 3 Männer im Boot bekommt, sei sie den Lesern empfohlen, die wirklich gute Frühlingsliteratur suchen und mit dem für nicht versierte Englischsprachler fraglos schwer lesbaren Originaltext (das ist so bei humoristischen Texten) nicht zurecht zu kommen hoffen dürfen. – Äh, ja.

Jerome K. Jerome
3 Männer im Boot
… ganz zu schweigen vom Hund

7.° München 2005
Piper

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