GTD mit Jer’s Novel Writer

Das Internet ist für eine Überraschung immer gut, gerade wenn es darum geht, Software kennen zu lernen. Weniger überraschend ist es, wenn sich andere Autoren Gedanken um ein ordentliches Schreibwerkzeug machen und das in vielerlei Hinsicht dem nahe kommt, was man schon immer für die Arbeit gesucht hat.

Genau das macht Jer mit Novel Writer, einer Applikation, die der schreibenden Zunft zu Gute kommt, in dem sie den Autor auf seinen Text fixiert. Das – werden andere sagen – macht ja auch Ulysses von den Blauen. Richtig, aber macht es Ulysses für Lau? Nein, man zahlt € 100,–.

Davon abgesehen hat es nicht die Features (sondern viele andere sehr brauchbare), wie sie Novel Writer bietet.

Man denke nur an diese wunderbaren Sektionen, die von einem Thema auf ein anderes überleiten, indem der Hintergrund eine andere Farbe erhält.

Oder man nehme die Outlinerfunktion zur Rechten, die freilich nur über die Funktionen innerhalb der Schreiboberfläche generiert wird. Man kann also nicht anfangen und rechtsseitig outlinen, sondern teilt den Text in Sektionen, Kapitel, Teile und Bücher ein. Diese Einteilungen werden dann im Outliner dargestellt und lassen sich über diesen verschieben.

Novel Writer ist also kein Outliner im eigentlichen Sinne, sondern versteht sich wirklich und wahrhaftig als Schreibgerät für Raketenköpfe, bei denen das Hirn schneller brummt als die Fingerchen den Kontakt zur Tastatur herstellen können. Das wird auch durch die Database deutlich, in der man wesentliche Elemente der Story, die man niedertippt, wie beispielsweise Charaktere, Orte und Handlungsabschnitte, einträgt, um gegebenenfalls, wenn man lange gedanklich an anderer Baustelle vermessen und zementiert hat, schnell wieder einen Überblick über die Prota- und Antagonisten und ihre Wirkorte zu erhalten.

Und weil das Hirn von Raketenköpfen so schnell flutscht und sie im Schreibwahn nicht immer Zeit für korrekte Ausführungen haben, gibt es linksseitig eine Marginalie, in die man kleine Notizen setzt, um nicht zu vergessen, wo die Unsauberkeiten wegen Schnellschreibens zurückgeblieben sind.

Jer’s kleine Autorensoftware ist ganz groß für jeden, der schreibt. Zur Zeit gibt es das gute Stück in zwei Ausführungen: für die Heisssporne unter uns in der Version 0.6.0.1, die noch reichlich Bugs enthält und in der Texte besser ständig zwischengespeichert werden sollten; und die solidere, aber keineswegs perfekte Version 0.5.3.2

Und wie kam ich auf die Software? Nun, im neuen ATPO-Artikel von Ted Goranson findet sich wieder reichlich Material für den Outlinerfreak.

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