Ordnung

Ich beobachte bei mir den Weg von mehreren Datenbanken hin zu einer, die alles Umfasst. Was wie ein großes Durcheinander aussieht, vereinfacht tatsächlich die Handhabung der Daten und die darin enthaltenen Informationen.

Früher war ich der Ansicht, ich müsse meine Daten getrennt halten. Den Bereich Privat und Arbeit, das Hobby und die Ideen, die Dokumentation und die Administration. Entsprechend sah ich Nachteile bei Applikation, wenn sie nicht unterschiedliche, themenorientierte »Datenbanken« ermöglichten. MacJournal ist ein Beispiel dafür, und Journler ein anderes. Man öffnet das (Mac-)Journal und hat alle damit erzeugten Daten in einem Datenklumbatsch (einem Fenster).

Anders hingegen sind Mori, CPNotebook und DEVONthink Pro. Die ermöglichen, verschiedene Notizbücher oder Datenbanken zu erzeugen und an unterschiedlichen Orten abzulegen. In Mori und Notebook habe ich auch tatsächlich mehrere unterschiedliche, themenorientierte Datenklumpen. In DEVONthink Pro habe ich das nicht.

Die Frage unterschiedlicher Datenbanken in DEVONthink Pro stellte sich, als ich meine Urteilssammlung von FileMaker auf DEVONthink Pro umstellte. Eine eigene, nur mit Domain- und Internet-Recht gefüllte Datenbank zu haben erschien nicht übel. Man hat die Dinge eben alle beieinander und keine Fremdkörper. Doch bei näherer Betrachtung wäre das unproduktiv gewesen. Bei beinahe jedem Artikel, den ich zum Thema schreibe, muss ich auf Urteile zurückgreifen. Das hieße für DEVONthink Pro: raus aus einer Datenbank und rein in die andere. (DEVONthink Pro erlaubt es zur Zeit nicht, mehrere Datenbanken gleichzeitig geöffnet zu halten!) Durch die Trennung von Datenbanken geht im Zusammenhang mit der Suchfunktion einiges an Synergien verloren. Denn man erkennt Parallelen zwischen unterschiedlichen Informationen gerade durch Funktionen wie die Suche und – in DEVONthink – durch den Siehe-Knopf.

Suchte ich also früher, die verschiedenen Teilbereiche meines informationellen Alltags (schön blöder Begriff, oder?) in unterschiedlichen Dateien zu trennen: Privat, Arbeit, Administration, Dokumentation und so weiter, so schmeiße ich alles zusammen. Die Ordnung entsteht unter anderem durch die Suche. Diese – fast – Notwendigkeit bei DEVONthink Pro führte mich dazu, den Umgang mit anderen Applikationen zu ändern. Ich habe keine Probleme mehr, die Daten alle zusammen in einer »Bank« zu sammeln. Eine gewisse Ordnung halte ich dabei ein. Doch die Daten an einer Stelle und so jederzeit Zugriff zu haben, beschleunigt die Arbeitsgänge – und sorgt für einen aufgeräumteren Arbeitsplatz (i.e. das Display, der Monitor oder was immer man da nimmt ist nicht so voll mit offenen Fenstern). So habe ich in der Folge mit den Mori-Notizbüchern aufgeräumt und alles zusammengetragen, was sich zusammentragen lässt. Alles finde ich nun in einem Notizbuch; freilich betreibe ich noch ein zweites Notizbuch, das einer bestimmten Tätigkeit gewidmet ist: Doch täglich sinne ich darüber, dieses auch im großen Ganzen aufgehen zu lassen. Dann ist alles beisammen.

Aus dem Ruder läuft hingegen OmniOutliner. Da bringt es nichts, die Daten alle in einer Datei zu vereinigen. Das Programm bietet nicht die notwendige Flexibilität in sich. Flexibel wird sie durch die unterschiedlichen Funktionen, die gerade innerhalb einer Datei voll zum Zuge kommt, aber in einer anderen Datensammlung fehl am Platze wäre. Man muss da also mehrere Dateien erzeugen und handhaben. Auch das ist völlig in Ordnung, denn es dient einem anderen Zweck – teilweise jedenfalls.

Was nun noch fehlt, ist die ultimative Software, die all meinen Ansprüchen genüge tut und in der alle Arbeitsgänge zusammengeführt werden. Die gibt es leider nicht und die Chancen stehen schlecht, dass es sie je geben wird. Was es gibt ist der Mac und viele kreative Programmierer, die immer wieder versuchen, clevere Software für uns Macnutzer zu schreiben, damit wir unsere Dinge erledigen.

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3 Antworten to “Ordnung”

  1. schaumburg Says:

    Was nun noch fehlt, ist die ultimative Software, die all meinen Ansprüchen genüge tut und in der alle Arbeitsgänge zusammengeführt werden.

    Wenn DevonThink mal mit Spotligth harmoniert hat man ein fast unschlagbares Double, oder? Ich sehe dann kaum noch Grenzen bei den Möglichkeiten.

    Gruß,

    F.

  2. dany Says:

    Das wäre wahrlich ein Fortschritt. Aber ich denke da noch weiter.

    Dieser Tage kommt da ein Eintrag von mir (mit handgezeichneten Skizzen …).

    Die Software, die ich meine, hätte teilweise eine dreidimensionale Anmutung und eine ähnliche Darstellungsfunktion für den Datenbestand wie DEVONagent bei der Verknüpfung von Suchbegriffen auf Internetseiten – diese schöne Graphikanzeige.

  3. Die Kritiker » Blog Archive » New Mail Says:

    […] Und weil wir gerade dabei sind, Wünsche für Applikationen zu äußern: […]

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