Analog oder Digital?

Laubgesägte Hipster PDAs, gehackte Moleskines, phallischer Schreibgerätekult und anderes zeigen den Weg vom Digitalen ins Neu-Analoge.

From my experience of wandering digital media, I understand the hand-writing on paper is suit for me. I arrived analog world at last. After I start to use indexcard, I tried several format.

Schreibt Hawk Sugano in seinem gerade eröffneten Blog »Pile of Indexcards«. Hawk erklärt uns den Umgang mit den Kärtchen und zeigt die GTD-Methode in seinem Flickr-Account.

Tipp: nehmen Sie sich Zeit und genießen Sie Hawk Suganos Erläuterungen zu seinem GTD. Es ist einfach wunderschön. – Und schauen Sie sich an, wie er mit einfachsten Mitteln das günstigere Moleskine zimmert.

Kaum anders verhält es sich beim Machoholic:

Am Rechner, im Auto (beim Halten), unterwegs, immer habe ich mein Notizmoleskine dabei (Modell Reporterblock), denn was man in Gedanken hat und nicht gleich notiert, sofern es relevant ist, das verschwindet. Und sobald Zeit ist kommen die Notizen auf Karteikarten, in das Projektmoleskine oder auf andere Papiere. In elektronischer Form liegen mittlerweile nur noch eingescannte Dokumente vor oder eben „elektronische empfangene Dinge“, meist PDFs )oder ich wandle um) aus Emails oder eben Copy&Paste-Passagen aus Webdokumenten, die ich mit Devon Think Pro verwalte und dort auch mit Bildern und Grafiken verknüpfen kann. Aber ich merke immer mehr, mein Herz gehört (wieder) dem Papier.

Schaut man sich an, was Neal Stephenson, der Autor von unter anderem Cryptonomicon, so treibt, nämlich mehrere tausendseitige Manuskripte mit dem Füllhalter schreiben, und das als alter Computernerd, dann ahnt man, dass sich etwas ändert, an dem auch WEB 2.0 nichts mehr ändern kann.

Ich spekuliere hier aufgrund viel zu freier Prämissen und ohne weiter recherchiert zu haben!

Die Informations-Elite und die Macher ziehen sich aus der digitalen Welt zurück und besinnen sich auf die alten Werte des Papiers. Sie werden nicht aus dem Internet verschwinden oder keine Computer mehr benutzen. Doch werden sie die Arbeit damit reduzieren (wie es höhere Chargen aus Unverständnis sowieso immer schon gemacht haben; die haben aber nicht das Wissen im Umgang mit digitalen Medien!)

Das Internet wird immer mehr zum Tollplatz platten Entertainments und der langsam nachrückenden Masse, die nach Ablenkung und Betäubung lechzt und nicht nach Taten. – Denn wer hat schon den Nerv, sich lange Texte im Internet durchzulesen, wer ist in der Lage Projekte zu planen, umzusetzen und zu Ende zu bringen? Und wie entgeht man dabei dem Digitalmüllgebabbel des Internet?

Schon nicht so lange (Wissens-)Texte, die ein wenig Aufmerksamkeit fordern, werden nur bei den wenigsten Konsumenten ankommen. Wissen wird man im Internet weiter finden, im Verhältnis wird es jedoch immer weniger. Internet wird immer mehr Fernsehersatz, obwohl Fernsehen immer besser wird (was man so hört, sollen Fernsehsoaps vor 20 Jahren weitaus schwachsinniger, – weniger komplex – gewesen sein, als die aktuellen; man darf das sicher auch bezweifeln). Den Unterschied macht die Fähigkeit zu selektieren und sich nicht zu sehr ablenken zu lassen. Davon wird schon länger geredet und geschrieben, doch langsam wird es auch umgesetzt. Und dabei wird deutlich, dass man sich mit Dingen konzentrierter und effektiver auseinandersetzen kann, wenn man sie analog angeht. Oder man nutzt einen nicht Internet fähigen Computer.

Die Konzentrationfähigkeit, die nötig ist, Dinge zu durchdenken und zu bearbeiten, nimmt mit dem Konsum der Medienmasse ab. Wie schon früher erwähnt, entwickelt sich da eine ganze Generation von »Digital Natives«, deren Kompetenzen woanders liegen werden. Wenige werden die Fähigkeit besitzen, die notwendige Konzentration an den Tag zu legen.

Bei denen, die in der Lage sind (oder sich in diese bringen), sich diszipliniert auf eine Sache zu konzentrieren, die seltener eMails abrufen und nicht von Blog zu Blog zu Newssite hoppeln, entwickelt sich der Hang zum Papier. Mit Papier und Stift schafft man eine besondere Intimität zum eigenen Sein, eine Selbstbezüglichkeit, bei der alleine die Gedanken und Ideen und deren Manifestierung auf Papier, deren Geburt in die materielle Welt Gewicht hat – um das Neue zu schaffen. Mit Nabelschau hat das nichts zu tun. Ideen beginnen nun mal im Kopf. Und sie werden wirklich, in dem man sie in die Welt holt. Das kostet Zeit, Konzentration, Papier und Tinte.

Es ist nicht ganz fertig gedacht, nur eine Ahnung davon, was die Welt gerade ganz anders verändern könnte. Ich habe zu wenig Zeit, mich da wirklich reinzustürzen, kann mich nicht richtig konzentrieren, muss mal wieder die Mails abrufen und schauen, was der RSS-Reader neues reinbekommen hat. Aber, ich behalte die Sache im Auge. Ehrlich. Und schreib‘ sie nieder – in meinem Computer. Ähem.

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5 Antworten to “Analog oder Digital?”

  1. Lapidarium42 » Blog Archiv » zurück zum Papier? Says:

    […] Analog oder Digital?: Ich spekuliere hier aufgrund viel zu freier Prämissen und ohne weiter recherchiert zu haben! […]

  2. Lapidarium42 Says:

    den Verdacht mit der Rückkehr zu Papier und Konzentration hatte ich auch schon gelegentlich; hab ich aber nur auf einen Zettel gekritzelt…

    (der automatische trackback war schneller und hat automatisch auch einen sinnlosen Eintrag produziert)

  3. Dany Says:

    Digitaler Müll, wo man hischaut.

    Ja, das ist wieder so ein Punkt: Man macht sich die Notiz. Man bräuchte aber auch die Zeit, den Gedanken weiterzuführen. Und setzt man sich hin, das zu tun, wird man zwangsläufig zum Weiterdenken gezwungen und findet vielleicht etwas ganz anderes. Aber es passiert etwas im Hirn und kommt in die Welt, diese zu verändern (oder nicht).

  4. Lapidarium42 Says:

    Mit der Hoffnung auf mögliche Ergebnisse beim zwangsläufigen Weiterdenken rechtfertige ich den Zeitaufwand für die Übertragung meiner wiederentdeckten Zettel in den Journler. Mal sehen ob noch mal was davon in die Welt findet :-)

  5. Lapidarium42 » Blog Archiv » zurück zum Papier, zurück zur Pappe Says:

    […] auch ne Perspektive auf Analog und Digital […]

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