Kreative Kräfte

Dem Bolz sein Artikel im Merkur … Also jetzt ganz affirmativ (und nicht kritisch – womit ich mich in Teufels Küche begebe, aber dazu müsste man eben genau den Artikel lesen), ich find den gut (und kritisch, hähä). Aber, bzw. eben drum:

Blogs bieten die Chance, aus dem Mediengeschlabber rauszuglitschen. Nee, echt jetzt. Nochmal (2 Mal) der Bolz:

Wenn man derart Information konsequent als Ware begreift [nicht aus Blogs, sondern den traditionellen Medien], wird die Relevanz einer Nachricht (für wen?) irrelevant. Es geht in den Nachrichten nicht um ein Erklären und Verstehen der Welt. Eher könnte man umgekehrt sagen, daß die Welt zum Kontext für die Nachrichten wird. Faszinierend ist gerade das bezugslose Ereignis – und dann das ganz andere, nächste. Man soll es gar nicht verstehen. »Aufklärung« ist die Lebenslüge der Journalisten.

So, 1. Zitat. Von Seite 931.

Was hat das mit Blogs zu tun? Na, ein Blog, mit der Welt des Bloggers selbstreferenziell verknüpft, bietet die Möglichkeit, wirkliche Welt zu erfahren. Die muss dann ja noch nicht einmal der Wirklichkeit entsprechen. Aber eine gut erzählte Geschichte über Menschen bietet jedenfalls mehr Welterfahrung, als eine medientaugliche Nachricht, die gerade als solche wahrgenommen wird: als Nachricht und nicht mehr. Und der Bereich ist absolutes no—go für Journalisten. Die müssen Nachrichten produzieren, Fakten Fakten Fakten.

Und jetzt noch zum Umgang mit dem Medienkonvolut:

Statt dessen freut sich die kognitive Elite am fröhlichen Medienmix, der die bürgerliche Öffentlichkeit ersetzt hat: Blogs, Indymedia, Talk, special interest, TV, Bild und FAZ. Aufgeklärte Publizität ist in den Parajournalismus der Laien und den Postjournalismus der Profis zerfallen. Das kann man bedauern. Aber man könnte auch auf die kreativen Kräfte setzen, die im Zerfall frei werden.

Da denke ich erst Mal doch ein wenig an den Energieerhaltungssatz (verloren geht nichts, es wird nur umgewandelt), und zum zweiten können gerade Blogs (welche?) Kreativität freisetzen, auf die man bei den guten alten Medien noch wird warten müssen, weil sich die alten Schlachtrösser in Fahrt befinden und nicht so schnell einen Kurswechsel vollziehen können. Die Beiboote, die die im Moment aussetzen, bleiben auf Kurs (und gehen unter, wie der Don nicht müde wird aufzuzeichnen). So wird das nix.

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