Klassische Schweinerei

Die Briten spinnen. Sagte sicher auch schon Obelix über einer Schale mit Wildschwein in Minzsoße.

Doch wir reden nicht vom Essen, oder wenn, dann nur mittelbar. Denn »Gryllus«, das sprechende Schwein, ist nur am Essen Fressen interessiert. Und Gryllus ist der Protagonist von »The Pig Scrolls«.

»Paul Shipton« gebar den von Circe verwandelten Odysseus Gefährten, der nicht mehr Mensch sein wollte und Schwein blieb. Doch als Schwein hat er jetzt viel größere Aufgaben: Er muss die griechische Antike vor dem Untergang retten. Ein heikles, nahrungsarmes Unterfangen. Und total spinnert. Wie der Engländer nun mal ist, wenn er die Feder in die Hand nimmt und schreibt.

Wenn der von mir verehrte Eoin Colfer, Autor von Artemis Fowl und anderen Geschichten, meint, »An epic hit«, hat das freilich nichts zu sagen – wie überhaupt solche überschwänglichen, auf dem Cover abgedruckte Redensarten nichts über ein Büchlein von 276 Seiten aussagen. Es ist geschmäcklerisch:

Wer den abgedrehten, britischen Stil des fantastischen Durcheinander mag, der ist mit »The Pig Scrolls« bestens bedient. Er erhält eine illustre Mischung von Antike (Handlungshintergrund) und Moderne (Sprachstil) mit abstrusen Ideen und unwahrscheinlichen Verläufen. Aber diese Fantastereien können einem auch ganz schön auf die Hirnbremse gehen.

Unterhaltung ist es allemal und Nichtgriechen erfahren einiges über die Basis unserer Kultur.

Paul Shipton
The Pig Scrolls
by Gryllus the Pig

Puffin Books (by Penguin Books)
London 2005
ca. € 8,– (keine Preisbindung)

NB: Der 2. Band ist bereits zu haben. (Das nimmt dann wieder kein Ende.)


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