GTD mit Thinking Rock

Wie versprochen, wenn auch zu später Stunde, meine ersten Erfahrungen mit Thinking Rock.

Ich habe mich in die Testphase begeben und lote thinkingrock aus. Die Entwickler dieser Getting Things Done Software, Jeremy Moore und Claire Lemarechal, haben einen natürlichen Prozess in Software gefasst.

Die offizielle Version 1.2.2, die heute rausgegeben wurde, zeigt gegenüber der Beta erhebliche Verbesserungen auch in der Optik; und gegenüber der Version 1.2.1 sowieso.

Die Überblickscreen, mit der man von Thinking Rock empfangen wird, ist klarer und erklärt gleich die Funktionen und Symbole des Programms – fast ohne ein Wort zu verlieren:

Zudem gibt es in der Hilfe eine schöne Anleitung zum Getting Things Done, auch wenn es dort so nicht beim Namen genannt wird.

Doch fangen wir an:

Zunächst sollte man Topics (Klassifizierung von Gedanken: Privat, Familie, Arbeit usw.) und Contexte (Orte der Verrichtung der Aufgabe: Telefon, Unterwegs, Zuhause, Büro usw.) schaffen, damit man die unterschiedlichen Aktionen zuordnen kann. Diese Kategorien sind aber jederzeit erstell- und veränderbar. Die Einstellungen unter Topics erlauben unterschiedliche Farbgebung für Schrift und Hintergrund, damit man die unterschiedlichen Bereiche auch gut auseinander halten kann.

Danach darf es los gehen: Man sammelt Ideen und Gedanken, die man später bearbeitet und ggf. zu Projekten münzt oder einfach als allein stehende Aufgaben labelt. Die Projekte werden beschrieben. Man gibt die Vision an: wie sieht das Projekt zum Schluss aus, damit ich von einem Erfolg sprechen kann? Ist irgendetwas zu beachten, dann kann ich das notieren.

Bei einfachen Aufgaben sieht das ähnlich aus, hier kommt hinzu, dass ich aus einer einfachen Aufgabe ein eigenes Projekt oder ein untergeordnetes Projekt machen kann. Es wird dann wie ein normales Projekt behandelt und man kann weitere Aufgaben hinzusetzen.

Jeder Aktion kann/muss man eine von 4 unterschiedlichen Stati zuweisen:

»inactive«

»do it ASAP« (eine der unleidlichsten Akronyme überhaupt: As soon as posible – ich hasse es)

»Schedule for« (erlaubt die Datums- und – seit 1.2.2b – Zeitpunkteingabe)

»Delegate to« (erlaubt jetzt unmittelbar die Delegation via eMail! Sehr schön das)

Eine Anbindung an iCal gibt es so richtig noch nicht (naja, das geht schon, aber …), doch immerhin die an Mail, um Aufgaben zu delegieren.

Auf den ersten Blick scheint es ein wenig unübersichtlich, aber man erlangt schnell den Überblick und freundet sich mit der intuitiv arbeitenden Applikation an. Freilich sind zum Teil die einzelnen Vorgänge etwas umständlich zu handhaben. Doch die große Überblickfunktion erlaubt einem, Projekte und einzelne Aufgabe nach unterschiedlichen Modi darzustellen. So lassen sich die ASAP-Aufgaben zusammen mit den scheduled Actions für beispielsweise die kommende Woche darstellen. Man hat einen Überblick, was einen erwartet. Man kann sich auch auf heute und morgen bei der Darstellung beschränken oder sie auf bis zu 4 Wochen ausdehnen.

In der Version 1.2.2 Beta gab es Probleme mit der deutschen und mit der Mac-Tastaturbelegung: Umlaute wurden nicht dargestellt, nachdem das Programm wieder gestartet war oder Daten intern übertragen wurden. Statt dessen fand man statt »ä« ein »√§«. Und der Gedankenstrich ändert sich zum »,Äì«. Unter solchen Bedingungen ließ sich nicht gut Arbeiten und ich wich auf die Version 1.2.1 aus. Doch soweit ich das nun unter Version 1.2.2 überblicke, treten die Fehler nicht mehr auf.

Das Programm vermittelt auch in der aktuellen Versionen eine leichte Schwerfälligkeit. Das Umschalten zwischen den einzelnen Eingabefenstern zieht sich einen Hauch hin, was wohl darauf zurückzuführen ist, dass wir es mit einer Java basierten Applikation zu tun haben. Das bietet aber auch Vorteile:

You can run ThinkingRock on both Win and Mac machines by copying the program folder on a USB key. The java code, jar and data file are the same for all platforms so you can run it on both systems from the same USB key. That is provided both systems have the java VM installed. It is also possible to install java VMs on the USB key if you need to.

Auf jeden Fall haben wir es hier nicht mit einem natürlichen MacOS-Programm zu tun. Schön ist die Software nicht. Aber funktionabel. Es ist eine der wenigen reinen GTD-Applikationen. Sie erfüllt ihren Zweck, könnte aber komfortabler und schöner sein.

Was meines Erachten alsbald beigefügt werden sollte, ist ein per Tastenkombination aufrufbares Eingabefenster für schnelle Ideen und Gedanken. Und man sollte Anhänge beifügen können oder Links zu anderen Daten ermöglichen wie .pdf-Dateien.

im übrigen bleibe ich jetzt erst einmal dabei und beobachte, wie ich das Instrument in meine Arbeitsabläufe integriere.

5 Antworten to “GTD mit Thinking Rock”

  1. GTD mit Thinking Rock - macoholic Says:

    […] Die Kritiker über: GTD mit Thinking Rock: Gebloggt von thorstenvpk am 3rd Oktober, 2006 Einsortiert in GTD, Blog-Bits […]

  2. links for 2008-02-12 auf goerlipark.de/sk Says:

    […] Organisier dein Leben! GTD mit Thinking Rock « Die Kritiker (tags: GTD java organisation) […]

  3. Tilo Lawwas Says:

    Ich habe viel mit Mindmanager sortiert. Wie kommst du mit nur zwei Ebenen aus?

    Wie es scheint, legst du ein Thema/Gegenstand an, was die erste Ebene ist. Dann weist du dem eine Aufgabe zu.

    Hast du etwa Privat als Thema, wird auch „Hund füttern“ neben „Möbel abbeizen“ stehen. Und beides unter Haus als Ort.

    Ist die riesige Liste(entweder bei Ort(Zuhause – Tiere, Zuhause – Wohnzimmer)) oder bei den einzelnen Aufgaben ein Vor-, oder ein Nachteil?

  4. dany Says:

    Hallo Tilo,

    dieser Eintrag ist fünf Jahre alt. Seit dem hat sich viel verändert. Das System und die Einteilung von Projekten und Aufgaben ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und der Erfahrung mit sich selbst. Was – für einen selbst – funktioniert, funktioniert.

    Einfach ausprobieren, welche Methode dich bei deiner Arbeits- und Lebensweise am besten unterstützt.

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