Gedanken zur DreamApp für GTD

Ich habe, wie berichtet, mir den DreamApp-Contest näher angeschaut und mein Voting abgegeben. Vorher schaute ich mir die Sache allerdings genauer an und hatte so das Glück, einmal über den Tellerrand zu schauen – auch soweit es GTD betrifft.

Mit im Wettbewerb steht iGTD. Eine spezifische Getting Things Done Software, die zum Teil skeptisch aufgenommen und kommentiert wird. Und das rückt einem vor lauter GTD mal wieder den Kopf etwas zurecht.

So meint Dan Hendley (Mac Cubed) – Bloggers:

I’m not big into the whole idea of GTD. To me, the concept of GTD makes you so focused on getting organized on what you need to do, that you don’t have time to actually do any of it. […]

Da ist etwas dran. Ich brauch‘ mir nur dieses Blog anzuschauen, wo ich früher bereits mitgeteilt habe, dass man aufpassen muss, sich bei der Suche und dem Testen eines eigenen GTD-Konzeptes (sprich: die Umsetzung) nicht zu verzetteln. Was hiermit bereits wieder geschehen ist. – Was tut man nicht alles, um der wirklichen Arbeit aus dem Weg zu gehen.

Hinzu kommt das Problem des Chaotismus, das ein solches Programm zu schlucken hätte. Oliver Breidenbach (O’Reilly Mac DevCenter Blog) – Bloggers meint:

This app seems to have caught the attention of judges already. It is an ambitious project but seeing the mockups made me realise why I failed using iCal, Now UptoDate, a Palm and a dozen other apps and means to create a todo list for myself. I need a todo list organiser for chaotic people, not a todo list app that tries to make me become a less chaotic person.

Und da liegt der Hase im Pfeffer, die Aufschieberittis und das Durcheinander im Lebensstil: Eine GTD-Software, die das Chaos fassen will, muss dem chaotischen Geist des Anwenders entgegen kommen. Keine einfache Sache. Und wenn ich mir so durch den Kopf gehen lasse (und ich mache das ständig, auch heute wieder stundenlang), wie ich mein gar nicht mal so schlimmes digitales Durcheinander mit einer Software in den Griff bekommen soll, habe ich prima Ideen, die die zahlreichen unterschiedlichen Applikationen zusammenschweißen und meinen Wünschen dann entsprächen, bis auf diesen einen wunden Punkt: der Übersichtlichkeit, die gerade dann wieder verloren ginge. Und sobald eine Applikation nur ansatzweise undurchschaubar ist, wird sie nicht genutzt, jedenfalls nicht vollständig, und liegt damit brach.

Die Einfachheit von Yojimbo (das ja keine GTD-Applikation ist) spricht schon sehr für sich, aber hat eben auch Nachteile. Die konkrete Funktion von Thinking Rock ist Vorteil wie Nachteil: Ich kann nur dieses Abarbeiten der zu erledigenden Dinge entsprechend den Vorgaben bewältigen, aber zusätzliche kleine Nebensächlichkeiten, die dabei ebenfalls anfallen, sind eben nicht möglich. Die Verknüpfung der unterschiedlichen Aspekte einer Sache findet nicht statt und ich muss sie mir woanders zusammen klauben – unter Verzicht der GTD-Funktion.

Und die eierlegende Wollmilchsau hat’s erfolgreich noch nicht gegeben. Spezialisierung erfüllt seinen Zweck; aber ein wenig Generalisierung öffnet den Blick für mehr – vielleicht das Ganze. Irgendwo da muss die geglückte Software zu finden sein.

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6 Antworten to “Gedanken zur DreamApp für GTD”

  1. Rolf Says:

    das Thinking Rock Video (Tutorial) zeigt sehr anschaulich die Funktionalität der Software… und auch zu welcher Aktionsbuchhalterei GTD auch führen kann. Da schließt sich dann doch wieder bedrohlich zu den früheren Time System Aktionen mit den Aufgaben-Listen und Aufgabenübertragungsfleißarbeiten.

  2. dany Says:

    Die früheren Systeme habe ich nie benutzt (ich hatte einfach einen Newton, äh: 2). Aber wenn man die Arbeit sowieso nicht angehen will, ist es ein ein netter Zeitvertreib, die Aufgaben zu verwalten. Das ist ja schon fast die halbe Arbeit.

  3. Rolf Says:

    so richtig genutzt habe ich die Systeme auch nicht, nur so mal rumprobiert. Aber einen fleissigen Timesystem Buchhalter immer wieder in seinen Aufgabenlisten kritzeln sehen. Sehr abschreckend.

    Nicht zu unterschätzen ist aber auch der Effekt das sich einige Aufgaben durch Verschieben tatsächlich selbst erledigen.
    Leider zu wenige und nicht immer mit gewünschtem Ergebnis.

  4. dany Says:

    Beim Notieren und Umschreiben haben wir aber m. E. auch immer ein kontemplatives Moment (zumindest bei mir stellt sich das ein). Und das lässt sich nutzen, den Aufgaben dann auch nachzugehen. – Doch muss sich das alles in zeitlich vernünftigen Rahmen bewegen. Da zählt aber wieder die persönliche Note. Jeder muss seinen Weg durch den Aufgabendschungel selbst finden.

  5. Rolf Says:

    ja aber;
    ab ca.10-15 Zeilen/Aufgaben leidet bei mir die Kontemplation etwas.

  6. Bürostühle « Die Kritiker Says:

    […] Dieses Softwaredings lässt mir ja keine Ruh’. […]

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