Arbeitstechnik

Ich lese es dann doch auch, nachdem ich mit Rolf vor einigen Wochen auf der Lesung war:

Wir nennen es Arbeit
Holm Friebe | Sascha Lobo

Und was finde ich Schönes auf Seite 108? – Na das:

Und Menschen mit der immer häufiger attestierten Krankheit ADS (attention deficit syndrome), die sich in kurzen Aufmerksamkeits- und Kanzentrationsspannen äußert, sind ohnehin nur im Multitasking-Modus arbeitsfähig. Für normale Firmenabläufe sind sie kaum zu gebrauchen, wobei nach einer Theorie des US-Psychotherapeuten Thom Hartmann diese Form der Aufmerksamkeitsstörung gar keine Krankheit ist, sondern die normale Disposition des umherschweifenden »Jäger und Sammler«-Typus, der nur jahrhundertelang vom gradlinig-stoischen »Farmer«-Typus unterdrückt und in seiner freien Entfaltung beschnitten wurde.

Dann haben wir ja keine Bedenken mehr, was aus unseren hippeligen Kindern wird: Kleine Genies. Und Firmen wird es dann auch nicht mehr geben, jedenfalls nicht das bekannte Model. Möglicherweise arbeiten dann die Kinderlein in der Schnittmengenzone mehrerer Firmen. Die Firmenstrukturen wären aufgerissen an genau den Schnittpunkten des einzelnen (gegebenenfalls sogar freien) Mitarbeiters. Was alle Seiten befruchten könnte.

Oder man schafft in Firmen genau solche Positionen für ADS-Mitarbeiter: irgendwo zwischen den Fronten der Abteilungen.

Und steht das nicht genau im Gegensatz zu dem im Buch ebenfalls genannten und an anderer Stelle begegnenden Flow. Ich denke ADS hindern den Betroffenen, genau in diesen befriedigenden Arbeitsstrudel zu geraten, der einen alles vergessen und glücklich werden lässt. – Hmm, weiterlesen erstmal.

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