Archive for Dezember 2006

HP bleibt!

Dezember 29, 2006

Keep It In Britain

Für die, die sie nicht kennen: Ohne sie ist Shepherds Pie nicht möglich – wie auch andere Gerichte aus der großbritannischen Küche. Äh, ja, die gibt es tatsächlich. Viele schüttelts bei dem Gedanken, doch – ungenau genommen – ist die seit 1903 auf dem Markt erhältliche Rezeptur so etwas wie zähflüssiges Maggi und macht sich gut zu Spiegelei, Bratkartoffeln und allerlei andere herb-archaische Köstlichkeiten.

Heinz hat die alte britische Manufaktur HP (Houses of Parliament), gekauft, will die Fabrik in Birmingham schließen und nun die Sauce in den Niederlanden herstellen lassen. Eine der letzten britischen Bastionen würde damit fallen (man denke nur an British Cars, die kein Brite mehr kaufte, ja die es mittlerweile nicht mehr gibt, jetzt wo selbst TVR nicht mehr in Britannien produziert werden soll! – Zu schweigen von Mini, Austin, Rover, Bentley, Rolls Royce … alles unbritisch mittlerweile).

Also denn: Keep It In Britain und unterzeichne die e-petition an die Britische Regierung.

Via dem niemals zu unterschätzenden und immer appetitlichen Weblog Egg Bacon Chips and Beans.

GTD: Journler 2.1 Beta

Dezember 27, 2006

Rolf gibt Bescheid:

Die nächste Journler Version, noch Beta, bietet dynamische Ordner mit erweiterten Zeitfiltern.
Anzeige von Einträgen mit Datum nächste 3 Tage u. dergl. sind dann möglich.

Weitere Informationen und der Link zum Herunterladen der 2.1 Beta findet man im Forum.

Ich habe mir gerade die Beta herunter geladen und kurz reingeschaut: Ein Quantensprung!

Optisch ist Journler 2.1 viel ansprechender und übersichtlicher als die aktuelle Version 2.0.2, obwohl ein weiteres Fach (Resources, rechts unten) hinzugekommen ist. Aufgrund dieses Faches, das anzeigt, in welchen Ordnern der Eintrag sich befindet und welcher Art die Datei ist, klappt das bei mir jetzt besser mit den Webarchiven. – Es lohnt sich, sich mal wieder eingehender mit Journler auseinander zu setzen. Vielleicht fange ich doch noch an, damit mein rudimentäres GTD und anderes zu machen.

Mittlerweile hat sich auch etwas an der Lizenz von Journler geändert: Für private Nutzung ist Journler weiter Donationware, während professioneller Einsatz (»The Non-Personal Use License«) zu Recht mit US$ 24,95 zu vergüten ist.

So oder so sollte man die Arbeit von Philip Dow unterstützen.

Mensch, Benno, lass es sein

Dezember 23, 2006

Was jetzt kommt ist sehr intim und mag manchen Leser erschrecken. Ich werde zudem einen beinahe expliziten Begriff niederschreiben.

Also: weiterlesen auf eigene Gefahr!

(more…)

Urlaubsmanifest

Dezember 23, 2006

Gerade noch bei Gaping Void gesehen: Das Holiday Manifesto von David Armano

Stay away from malls

Gather around a table

Re-discover family tradition

Re-live fond memories

Forget bad ones

Play with a toy

Play chess with a friend

Just play

Spike the Eggnog

Think of someone in need

[…]

Don’t fake cheer

Be yourself

Immer locker bleiben und frohe Weihnacht.

Ach ja, und was war nochmal der »Eggnog«?

FUP

Dezember 23, 2006

Seit Jahr und Tag verfolgt mich dieses Buch, wenn ich bei Zweitausendeins bin. Diesmal nahm ich es mit und las es beinahe am Stück:

Jim Dodge – FUP


Das Cover, von
Zweitausendeins geliehen.

Man kann das liebe Buch, von Harry Rowohlt übersetzt und von Atak in Bilder gesetzt, an einem Abend leichthin lesen, wenn man nicht gar so müde ist. Und es ist maßlos gut geschrieben. Worum es geht wäre beinahe Nebensache bei dem Stil, den Dodge an den Tag legt, doch die Geschichte ist so unglaublich konzise und prägnant, dabei lustig und leicht, man liest jedes Wort mit Genuss und Freude, lacht unterweilen über einen haarstäubenden Satz von Jake, und schlürft zwangsläufig, vom Buch befeuert, am Whiskyglas.

Zur Untermauerung ein Satz, den der große Johnny Seven Moons nach einigen Schlücken »Ol‘ Death Whisper« spricht:

Und all diese Menschen mit Zäunen, Zäunen, Zäunen. Ist nicht der ganze Sinn der Sache, nichts herein und nichts hinauszulassen? Aber ich weiß, daß du das verstehst Jake, denn du hast keine Zäune, sondern du weihst dein Leben dem Brennen von Whiskey und dem Bewahren der Stille, und das sind edle Tätigkeiten, würdig eines Mannesgeistes.

Dass ich erst nach Jahren drauf kam, das Buch doch noch zu kaufen, ist dabei gar nicht so schlecht: dann hatte ich die Erstfreude daran eben zur Weihnachtszeit 2006. Und auch wenn da Weihnachten nicht drin vorkommt, ist es ein weihnachtliches Buch.

Jim Dodge – FUP
5. Auflage, Frankfurt 2002, S. 129, € 15,–

Nur bei Zweitausendeins.

Die Bahn

Dezember 21, 2006

Der Eisenbahnbau-Professor Thomas Siefer (wer hätte gedacht, dass es sowas gibt: Eisenbahnbau-Professor! Welcher Studiengang ist das denn?), äußert sich in der aktuellen Ausgabe von Technology Review zum Stand der Dinge bei der Bahn. Das Schienennetz scheint ein Desaster zu sein, entnehmen ich den heise-News. Und wahrlich, so wird es sein. Nur hier irrt der Professore:

Erst wenn es gelungen ist, den Instandhaltungsrückstand aufzuarbeiten, wird es wieder möglich sein, dass die Bahn so pünktlich ist, wie es die Kunden erwarten.

Ist natürlich barer Unsinn: Der Kunde erwartet gar nicht mehr, mit der Bahn pünktlich zu sein. Die Bahn behauptet nur immer noch ihre Pünktlichkeit, obwohl sie die nicht leisten kann.

Jetzt habe ich einige Zeit überlegt, ob ich das schreiben kann: Die Bahn lügt! Aber die Wahrheit ist, sie wirbt nicht mehr mit Pünktlichkeit. Sie spricht nur noch davon, dass sie einen ans Ziel bringt, ob man da dann allerdings »entspannt« ankommt, wie die Bahn kolportiert? Nicht, nachdem man diverse Anschlusszüge verpasst hat.

GTD: Rundumschlag

Dezember 20, 2006

Die Jungs sind einfach herrlich. Da programmieren die und programmieren und sehen wahrscheinlich den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Midnight Beep – Inbox
Seit Ende Oktober (Inbox 0.9.7 Beta) wunderte ich mich, dass sich nichts mehr tut bei Herrn Hansen. Aber weit gefehlt: Er scheint nur sein RSS verändert zu haben oder ich habe ihn einfach in meinem Feeder gelöscht. Egal: Wir befinden uns mittlerweile bei der Version 1.0.3.

Zunächst einmal: Prima, dass das so schnell voranschreitet. – Aber (und hier bringe ich mich in Gefahr der Vorverurteilung, indem ich vorurteile, denn ich habe die aktuelle Version nicht getestet) das ganze Stück Software scheint mir etwas selbstverliebt.

– (? # @-: / / ) !

Woher ich das meine zu wissen? Ich hab‘ mir die beiden Schulungsfilme angeschaut und dachte an die schöne Bezeichnung von Steve Pavlina für Palms:

Golgafrinchan heaven.

Die Sache scheint zwar ordentlich am Getting Things Done orientiert, aber sie schafft keinen Überblick (zum Beispiel versperren die drop-down Paletten die Sicht auf die Dinge!) und ist zu kompliziert. Die Videos selbst helfen einem kaum weiter.

Ich werde, wenn Zeit ist, mir die Software genauer anschauen.

OmniPlan 1.0
Nein, nicht OmniFocus, die noch im weit vor Betastadium befindliche GTD-Software, sondern die Planungssoftware OmniPlan, die freilich auch irgendwie als GTD-Software abgefeiert wird, allerdings in einer anderen Liga spielt – zum Preis von knapp US$ 150,– das Stück.

Die OmniGroup steht für gewiefte Software. Aber wenn man im Manual zu OmniPlan die Zeilen liest:

You have a big mess of stuff that needs to get done, a bunch of people and things you can call on to get stuff done, and some kind of outcome you want to reach as a result of doing all that stuff. Then project management happens.

darf man sich nicht auf die falsche Fährte locken lassen. OmniPlan ist ein Projekt-Werkzeug, das eine große Anlaufzeit braucht, um verstanden und vernünftig eingesetzt zu werden. Es ist ein ganz schöner Klotz, den man sich mit der OmniPlan ans Bein bindet. Das Design entspricht dem, was man von der OmniGroup erwarten kann. Ich habe da ein abschließenden Urteil noch immer nicht gefällt, arbeite aber gleichwohl mit verschiedenen OmniGroup-Programmen – täglich. Doch scheint es eine der wenigen Werkzeuge zu sein, die der Microsoft-Alternative Kontra geben. Es gibt freilich auch noch Merlin.

Dies alles bitte con grano salis lesen: ich habe nicht die notwendigen Kenntnisse, um mir hier ein dezidiertes Urteil zu erlauben. Freilich komme ich immer mehr zur Überzeugung: weniger ist auch bei Software mehr. Doch einige bestimmte Eigenheiten meiner Arbeitsweise müssen doch durchführbar sein – sind es aber nicht bei solchen Werkzeugen.

Basecamp
Zur Zeit lote ich wieder ein Projekt unter Basecamp von 37 Signals aus und bin der Ansicht: da ist keine Lernkurve, man kann sofort einsteigen. Und man muss ein wenig improvisieren, da es nicht so viele Features gibt.

Sehr schön ist da der Hinweis auf Signal vs. Noise, dem Blog von 37 Signals, auf die Differenz der Ankündigungen zweier (Software)Anbieter:

Over 400 new features

vs.

back with fewer features than ever.

Die Möglichkeiten von Basecamp werden (hoffentlich) clever genutzt und an die eigenen Bedürfnisse angepasst. Das geht schon recht gut und ist von anderen Beteiligten problemlos online abrufbar. – Ja, und es kostet nichts, in der Version, die ich nutze. Dabei bin ich immer bereit, gute Software zu kaufen.

Wie vielleicht doch noch
Yojimbo,
das es zur Zeit – bis zum 25.12.2006 – in der Weihnachtsferienaktion MacSanta 20 Prozent günstiger gibt. Wie übrigens viele andere gute Software, beispielsweise MacJournal und K.I.T, sowie das kuriose Curio. Und jeden Tag kommt weitere Software dazu. – Eine Chance, die man sich vielleicht nicht entgehen lassen sollte.

Robert Gernhardts Geburtstag

Dezember 13, 2006

Habe also jetzt ein Gedicht von Gernhardt gelernt, und murmel es alle Stunde vor mich her. Dazwischen pathetisiere ich’s auch gerne laut und frasiere es variantenreich.

Hat man sich für eines entschieden, geht das alles ganz einfach. Das Problem ist in der Tat die Qual der Wahl. Am liebsten hätte ich ein Gedicht der Montaieser Elegie – Das Vierzehnte Jahr memoriert, die ich so sehr liebe. Allein, was nutzt da ein Gedichtchen, man muss dann doch alle 14 beherrschen. Soviel Zeit (ach, Zeit) hatte ich von gestern auf heute nicht.

Im Ohr hat man auch immer irgendwie den Begriff des Weinreinbringers, aber auch das Stück verlangt dem Lernendes einiges ab. – Ich blätterte in Körper in Cafés und fand das traumatisch schöne Nachdem er durch Metzingen gegangen war und lobe nun alle Zeit die Häßlichkeit. Nicht schlecht.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Gernhardt.

Henscheid aktuell

Dezember 12, 2006

Eckhard Henscheid las gestern Abend in der Bar jeder Vernunft aus seinen Werken.

Mir scheint, die Jugend kennt ihn nimmer mehr, und das, wo sein gestriges Publikum, das nur sparsam angetreten war, sich bereits als deutlich jünger als der Dichter selbst erwies. 65 Jahre alt ist der Meister – und er liest besser denn je, wenn er auch Ende und Kommentar seiner Poeme ineinander fließen lässt und man beides nicht recht zu unterscheiden sich in der Lage findet. So ein Päuschen dazwischen vergütete den Vortrag.

Die erste kurze Hälfte seiner Lesung widmete er seiner Lyrik, deren glanzvollstes Stück gestern sicherlich die Hymne an jenen klangvollen Fußballer aus Korea, Bum-kun Cha, gerichtet war. Aber auch darüber hinaus wusste der Dichter zu dichten und mit seinen und Gernhardtschen Versen zu amüsieren.

Im zweiten Teil der Lesung legte Henscheid den Schwerpunkt auf »Die Wurstzurückgelasserin«, die er zunächst leicht hüstelnd-stockend doch noch fulminant vorzutragen wusste – wie anders auch gar nicht zu erwarten. Neben zahlreicher Kurzprosa zitierte er auch hier, am Ende, nochmals Robert Gernhardt und erinnerte mehrmals an dessen morgen zu begehenden Geburtstag. Und da der Dichter sein Publikum so sehr bat, Gernhardt Gedichte zu memorieren, um sie aus dem Gedächtnis aufsagen zu können:

Am 13. Dezember ist Gernhardts Geburtstag. Bis dahin bitte noch einen Vierzeiler auswendig lernen und dem zufälligen Publikum unerwartet zu Gehör bringen.

Philippe Noiret

Dezember 7, 2006

1. Zazi in der Metro

2. Tango Mortale

3. Der Saustall

4. Alexander der Lebenskünstler

5. Die Bestechlichen

Philippe Noiret, 1930—2006