Ezio im Quasimodo

Am vergangene Freitag Abend (01.12.2006) spielten Ezio im Quasimodo. Es war das zehnjährige Jubiläum vor Ort.

Das Konzert selbst war ausverkauft, die Raucher hielten sich zurück (wobei Ezio selbst mehrfach singend um Zurückhaltung bat), es war gemütlich und nicht beengend, doch das Guinness reichte gerade mal bis kurz vor Ende des Konzerts (dann war das Fass alle und kein Ersatzfass zur Hand).

Als Supporter wärmte Dirk Damstädter (Mitbegründer der Jeremy Days, bekannter Hit unter anderem »Brand New Toy«), der zugleich Inhaber des Labels »Tapete Records« ist, unter dem die neue CD »Ten Thousand Bars« von Ezio erschienen ist, das Publikum ganz alleine mit schönen Songs an. Doch eigentlich gekommen war man selbstverständlich wegen Ezio und Booga, und die Aufmerksamkeit ließ bei einigen nach einer halben Stunde deutlich nach.

Erst um kurz nach 23:00 Uhr betraten Ezio, Booga und die Band, die alle vorher schon durchs Quasimodo geschlittert waren, die Bühne, um ihr Publikum dann über zwei Stunden in beste Stimmung zu versetzen. Und da hatten sie leichtes Spiel, denn wie bei Ezio-Konzerten üblich, traf sich die Fangemeinde, um gemeinsam zu singen und zu tanzen. Das ist schon erstaunlich wie textsicher das aus allen Altersschichten (20 bis 65 allemal) sich formierende Auditorium die von Ezio Lunedei gesetzten Lücken überschwänglich gefüllt werden.

Neben den obligatorischen neuen Songs von der neuen Scheibe kamen auch die geliebten Gassenhauer früherer Jahre zu Gehör, darunter »Alex«, »Saxon Street«, »Deeper« und viele mehr. Die obligatorische Pause begründete Ezio diesmal damit, dass er dem Bier abgeschworen habe und nur noch »Schorle« trinke. Diese freilich zwinge ihn zu öfteren Toilettengängen.

Entgegen der Rezension in »Akustik Gitarre« zur neuen »Ten Thousand Bars«, in der die unterschiedliche Stilistik und der unvermittelte Wechsel zwischen Balladen und Rocksongs bemängelt wird, hält man sich besser an der Meinung im Rolling Stone: Es ist eine hervorragende Scheibe. – Und wenn man bei Eziokonzerten war, weiss man, dass gerade auch diese Abwechslung die Konzerte so prickelnd macht und mithin die neue Studio-CD genau das widerspiegelt. Da vermag ein ordentlicher Rocksong wie »Hotel Motel« neben dem traumwandlerisch schönen und herzzerreißenden »Holding You Now« stehen. So macht Ezio das Live, so gehts auch im Studio.

Höhepunkt war wahrscheinlich der beschwingte und von Boo Hewerdine geschriebene Roller »59 Yards«, bei dem Ezio und Booga sich bei der Imitation der Konkurrenz auslebten. Ob Ezio als »Bob Dylon« oder »Britney Spears« und Booga als stimmsicherer »James GOS Brown«, die Menge tobte reichlich und der Applaus war befeuernd. Die Version auf der CD Live Cambridge von 2004 ist gegen das Feuerwerk am Freitag im Quasimodo nur ein lascher Abklatsch.

Irgendwann neigt sich aber auch ein Ezio-Konzert dem Ende. Diesmal beschlossen Ezio das Konzert nach zahlreichen Zugaben mit dem immer wieder berührenden »One More Walk Round The Dance Floor«. Und nachdem das letzte Guinness getrunken war und wir einen letzten Rundgang durchs Quasimodo absolviert hatten, gings beglückt nach Hause.

Advertisements

%d Bloggern gefällt das: