nozbe – GTD mal einfach. aber limitiert

Dieses neue online-GTD-Tool ist furchtbar grün. Es atmet das Air des Rudimentären oder Reduzierten und erscheint auf den ersten Blick aufgrund zahlreicher Informationen auf seinen Seiten als ein zu großer Mischmasch. Doch wird es – nach ein paar Minuten Spielerei mit seinen Möglichkeiten – ein einfaches und bedingt brauchbares Getting Things Done Werkzeug.

Es tritt in Konkurrenz zum einfachen Backpackit auf der einen Seite und den komplexeren Werkzeugen Foldera und Basecamp auf der anderen. Diesen Werkzeugen geht die richtige GTDability ab. Sie sind nicht nach den Vorgaben der Methodologie von David Allen konzipiert, doch sie sind sehr brauchbar, wenn man seine Sachen hinbiegen will – wobei ich Foldera bisher nicht getestet, sondern mir lediglich die Anbieterseite angeschaut habe. Frank Meeuwsen, über den ich auf nozbe aufmerksam wurde, erklärt, dass gerade dieser zusätzliche GTD-Dreh nozbe über Backpackit erhebt. Da ist etwas Wahres dran. Doch liegt der Wert von Backpackit gerade in der Minimalisierung der Information und dem aufgeräumten Bild, was es abgibt. Dieses designerisch kultuvierte Stadium hat nozbe von Michael Sliwinski noch lange nicht erreicht.

Die Struktur von nozbe selbst ist einfach: Man hat eine Projektliste, eine Nextactionliste und eine Kontextliste. Unter den verschieden Listen findet man die Aufgaben. Man kann also kontextuelle Listen abrufen. Doch sind die Seiten jeweils mit so vielen optischen Details überfrachtet, das sich der klare Blick wie in den Angeboten von 37signals nicht einstellt. Jedenfalls zu Anfang. Es ist schlichtweg gewöhnungsbedürftig. Oder Geschmacksache. Denn man kann tatsächlich auch bei der kostenlosen Version von Backpackit ungezählte Listen als Kontextlisten ausführen und mit Notizen anfüllen. Hingegen bietet nozbe beispielsweise die zusätzliche Möglichkeit, Zeitangaben zu machen darüber wie lange die Ausführung einer Aktion wohl dauern möchte. Ob das Abschätzen der Zeit, die man brauchen wird, weiterhilft? Es ist ein Mehr an Information, die man nicht unbedingt braucht.

Doch das eigentliche Manko der Applikation liegt in einem Umstand, der es praktisch unbrauchbar macht: nozbe wird zur Zeit noch dadurch massiv begrenzt, das lediglich 5 Projekte möglich sind. Mit der Realität der Projektführung geht das nicht zusammen. Mehr als 5 Projekte hat jeder Normalnutzer. Also kann man das Angebot – zur Zeit – sowieso nur sporadisch nutzen. Demnach scheint bei einer ernsthaften Nutzung von GTD der Umstieg auf nozbe nicht angezeigt. Ja, auch Backpackit ist in der kostenlosen Version limitiert. Allerdings ist es dem Nutzer aufgrund der Minimalisierung von Backpackit anheim gestellt, seine Kreativität zu nutzer. Mit der baut man sich die Umgebung, die Getting Things Done möglich macht.

Nozbe darf dem freilich zugute halten, dass es sich lediglich um eine frühe Beta-Version handelt. Aber so ist das mit WEB2.0-Tools, die sind eben nur Beta zu haben – und das in der Regel auf lange Zeit.

Und sagt einem der ganze Online-Trubel nicht recht zu, bleibt immer noch Thinking Rock, das nicht mit Ajax unter Ruby on Rails läuft, sondern mit Java, dafür aber netzunabhängig ist.

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