Wiederlesen

Vor die Wahl gestellt, empfiehlt Thomas Kapielski, statt den neuen dicken feuilletonbeweihräucherten Bücherschinken zu lesen, einfach auf vor Dreißig Jahren Erschienen- und Gelesenes zurückzugreifen:

denn: steigen wir ein zweites Mal hinein in die gleichen Bücher so fließt, wie der Dunkle längst wußte, anderes, frisches oder auch muffiges Wasser wie Lab- oder Trübsal herzu; nach Jahren lesen wir sie als Andere eben anders.

Und die von Kapielski beschriebene erste Leseerfahrung mit Dieter Kühns Ich, Wolkenstein hatte auch ich seinerzeit (nicht ganz: es war ein paar Jahre später).

Und da brauch ich gar kein Bücherherbstbuch, das ich nicht lese, ich hab da schon eins. – Im Kommentar eines Blogs las ich vor einigen Wochen, Quicksilver von Neal Stephenson sei auch deshalb lesenswert, weil man viel über das Leben während des Barok erfahre. Dieser Stephenson liest sich derart zäh und schwerfüßig (ich kaue da schon mehr denn ein Jahr dran; die früheren Werke des Autors hingegen schlitterten allerbestens immer in kürzester Zeit durch meinen Leseschlund), dass der Schwenk zum »bekannten« und weit informativeren (wenn auch über eine andere Zeit: das Mittelalter) Wolkenstein eine Überlegung mehr als Wert ist. – Und diesmal nach der Methode Kapielski: Mit Musik und Bedacht und Alpenkarte und anschließender Hinreise. Wie es ja im Grunde der Autor Kühn schon praktiziert hat. Der sang dann auch selbst.

3 Antworten to “Wiederlesen”

  1. Stefan Says:

    Vielleicht sollten Sie die englische Variante probieren, ich habe da bessere Erfahrungen mit gemacht. Ausserdem ist der Sprachstill ausgeprägter.

  2. Stefan Says:

    Das sollte doch wohl eher Sprachstil heissen, still ist er nicht gerade ….

  3. dany Says:

    Die englische hatte ich auch schon in Händen. Aber so eine Schwarte auf englisch lesen ist nicht unproblematisch, obgleich ich viel im Original lese. Aber das Vokabular ist durchaus vielfältig. Da sind zahlreiche Begriffe, die man ohne großes Dictionary (Muret/Sanders) nicht erfasst.

    Mittlerweile gibt es da Taschenbucheditionen, die man mehr schlecht als recht lesen kann, wegen der engen Zeilen und überhaupt einem unschönen Satzspiegel. – Ich weiss aber, wo ich mir die englische Fassung mal ausleihen kann.

    Ich schau mirs also mal an. Danke für den Hinweis.

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