Schreiben

Da wir also Writeroom nochmals ins Visier genommen haben und auf die Vollbildschirmschreibfunktion eingegangen sind, liegt der Blick auf Vergleichbares nahe.

Geht es darum, Text zu erfassen, in minimalistischer Form, dann stehen neben Writeroom die bereits im vorangegangenen Eintrag genannten MacJournal, DEVONthink und Scrivener mit zu den erwähnenswerten Werkzeugen. Aber auch Textedit, das mit dem Mac kommt und die Fullscreen-Funktion nicht mitbringt, funktioniert bestens als Schreibmaschine. Doch gibt es auch andere, nach Belieben reduzierbare Software wie Diamont, die konzentriertes Schreiben bei beruhigtem Bildschirm bzw. Display gute Dienste leistet.

Wie erwähnt ist der große Vorteil von Writeroom, dass man mit anderer Software kollaboriert, etwas Safari, Mail, DEVONthink, Circus Ponies Notebook, Mori (selbstverständlich) und sicher noch zahlreichen anderen Programmen. Hingegen arbeitet man gut in MacJournal alleine unter dieser Funktion (F8, konfigurierbar), wobei Writeroom auch mit MacJournal bzw. vice versa kooperiert.

DEVONthink glänzt zwar ebenfalls mit einer Fullscreen-Funktion, doch übernimmt das Programm nicht die Einstellung für eine größere Darstellung von Schriften, damit die Zeilen nicht zu lang und unübersichtlich werden. Schön, dass Writeroom das übernehmen kann, wenn auch nicht per Tastenkombination, sondern ausschließlich über »Bearbeiten« und da in der Regel im letzten Menüpunkt.

Scrivener ist das Profiwerkzeug, wenn es ums Schreiben längerer Texte geht. Writeroom-Entwickler Jesse Grosjean selbst empfiehlt Scrivener für große Textprojekte und hat für Writeroom einen anderen Anspruch. Dementsprechend ist die Fullscreenfunktion (alt—Apfel—F) in Scrivener sehr ausgefuchst und mit einer – wegblendbaren – Leiste für die Einstellungen versehen, innerhalb der man Transparenz, Darstellungsgröße und andere Details komfortabel einstellen kann, ohne in die Preferences (Einstellungen) zu gehen. Auch an Scrivener dockt Writeroom an.

Schließlich für die Puristen: Diamonds. Der Autor von Diamonds stellt eine neue Prämisse auf. Die Einstellung und Handhabung des Schreibprogramms, das voll auf die Textmaschine von Apple zurückgreift und letzten Endes das gleiche bietet wie alle anderen einfachen Texteditoren, ist etwas gewöhnungsbedürftig. Aber wenn man sich eingearbeitet hat, was 5 Minuten dauert, ist es eine recht übersichtliche, klatterfreie Angelegenheit. Auch hier verschwindet der Schreibtisch und man sitzt nur noch vor dem Text. Leider lässt sich nicht in die Schreibfläche »hineinzoomen« und so die Textdarstellung vergrößern. Der Text bleibt auf größeren Bildschirmen und Display einfach zu klein. Einen Blick ist dieses, bisher in der Aufzählung einzig freie Programm, allemal wert – zumal auch das mit Writeroom zusammenarbeitet.

Nicht unerwähnt sei in diesem Zusammenhang Ulysses, das ebenfalls eine Fullscreen-Function aufweist.

Aber, ehe wir hier enden: Just one more thing.
Koi Vinh hatte bereits vor einiger Zeit die Idee für eine Geradeherausapplikation; ganz Schreibmaschinenmetapher. Die Idee ist, dass man nichts löschen darf, sondern nach vorne schreibt. Wie im lang vergangenen richtigen Leben. Allenfalls das Aus—X—sen von Geschriebenen soll möglich sein. Die Idee ist bestechend in einer Zeit, in der Software immer komplexer wird (auch wenn wir hier gerne die Gegenbeispiele nennen). Ein solches Retroschreibprogramm wäre dann aber auch wieder so jenseitig, dass es kaum zu bedienen wäre, weil die Arbeitserfahrungen mittlerweile einfach ganz anders sind. Klever ist es allemal.

Eine Antwort to “Schreiben”

  1. Rafael B. Says:

    Vielen Dank für diesen interessanten Überblick. Diamont kannte ich noch nicht und den Artikel habe ich mal genutzt, um mich mit dem Rest der Programme etwas intensiver zu beschäftigen.

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