Die Sache mit dem Paul Graham Artikel

Zu tun, was man liebt, ist nicht so einfach. Das weiß ich, weil ich den Artikel How to do what you love von Paul Graham gelesen habe, nachdem Katrin Passig von der Zentralen Intelligenz Agentur auf den Artikel aufmerksam machte – im Interview mit Jörn Morisse und Rasmus Engler.

Ich habe den Artikel von Graham gestern noch nicht vollständig lesen können – auf englisch! –, weil ich gestern schnell noch weg musste. Also nahm ich mir heute die Zeit. Ich dachte mir dabei: den übersetzt du mal für einen lieben Teenager in deiner Umgebung, so als allgemeine Lebenshilfe gegen den Schulmist. Doch vorher, vor einer Übersetzung des Artikels, wollte ich mir ein Gesamtbild machen, damit ich weiss, in welche Richtung die ganze Sache geht. Also habe ich – Schwups – den englischsprachigen Artikel ausgedruckt, das kleine Dictionary genommen und mich dran gemacht, das Ding zu lesen und schon mal ein paar weniger geschmeidige Begriffe zu übersetzen.

Bei sieben Druckseiten dauert das schon ein wenig. Und das kleine Dictionary liefert auch nur einen begrenzten Wortschatz. Da findet man nicht jeden Begriff. [Wer bringt denn eigentlich endlich mal das kleine leichte Dictionary mit nur weniger geläufigen Begriffen heraus, die sucht man nämlich immer vergebens, weil zu speziell für ein kleines Wörterbuch und nicht so profan wie »love«. Kennt doch jeder: love.] – Nun, ich lümmelte auf dem Sofa [übrigens auch so ein Ding: da haben wir die Information so schön digital und gut leserlich, aber nein, sie wird ausgedruckt (i.e. Papierverschwendung) und unter konventionellen Bedingungen eingesogen.] und las und stöberte hier und da im Dictionary und überlegte mir schon schöne brauchbare Phrasen und strengte mich mit meinen begrenzten Englischkenntnissen ordentlich an. Dabei alternierte ich angelegentlich, um der Idee des Textes ganz zu folgen, zwischen Text und Anmerkung, welchletztere auf der letzten Seite versammelt sind.

Dann kam ich zum letzten Absatz und Satz des Fließtextes, der sich auch auf der letzten Seite – zusammen mit den Anmerkungen befindet. Und was sehe ich unvermittelt? Das, was ich beim gelegentlichen und aber gezielten Blick auf Anmerkungen geflissentlich zu übersehen die Ehre hatte: Die Links zu den zehn Übersetzungen des Artikels, darunter auch eine deutsche von Volker Kopetzky.

Der Zeitpunkt der Entdeckung der deutschen Übersetzung war der Moment, an dem ich das, was ich tat, nicht mehr liebte. – Also weiss ich schon, wovon da die Rede ist.

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