Stereo Total im Postbahnhof

Gestern war es wieder mal soweit: Stereo Total spielten für die Berliner Gemeinde auf. Mit diesem Konzert beendeten sie den ersten Teil ihrer großen Europatour, mit der sie das neue Album »Paris—Berlin« vorstellen (und auf das ich zu einem späteren Zeitpunkt zu sprechen kommen werde).

Ich spare mir die Superlative. Sie sind und bleiben einer der größten Liveacts aus Berlin und Deutschland und überhaupt. Brezel Göring zeigte sich aufgedreht wie nur je. Sein laubgesägtes Elektronikum war diesmal mit greller Neofolie beklebt, darauf die Insignie der Band. Hitzig und fetzig rockte er mit ausgestrecktem Arm über die Bühne, half aber auch gerne galant Françoise Cactus in die rosa Herzgitarre. Françoise zeigte – überraschend für mich, der ich bis dahin die neue Scheibe noch nicht gehört hatte – wie sie berauschend Trompete bläst. Sie rief für »Liebe zu Dritt« mit glücklicher Hand eine hübsche Finnin auf die Bühne; und übernahm es bei der Zugabe diesmal das Publikum zum Tanz im Viereck zu bitten. – Beide spielten relaxt quer durch die Jahre, im Wechsel am Schlagzeug, den Gitarren und der Elektronik.

Das breitgefächerte Publikum war würdig, im gefüllten Saal des Postbahnhofs am Ostbahnhof, die Stimmung launig glücklich. Geraucht wurde ordentlich, zurückhaltend jedoch getrunken. Das Konzert war leider sehr kurz. Françoise Cactus scheint letzten Endes von den Anstrengungen der langen Tour bis nach Berlin etwas angegriffen. Nun haben die beiden 10 Tage Pause, bis es in London und Glasgow weitergeht, um sich dann, kurz südwärts gen Italien schlenzend, dem skandinavischen Gefilden zuzuwenden. Den Abschluss in diesem Jahr begehen die beiden in Frankreich, um in 2008 noch unbekannte Flecken in Rock ’n Roll—elekropoppige—Ekstase zu versetzen.

Hier ist noch ein stimmungsvolles Filmchen von der Tour im September, das dann übergeht in Wir tanzen im 4-Eck. So voll wars gestern auf der Bühne in Berlin freilich nicht.

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Eine Antwort to “Stereo Total im Postbahnhof”

  1. Thorsten Says:

    Hu Daniel, wir saßen die Tage über der lokalen B-Presse und wären beinahe noch da gerne hin gegangen, aber da sollte das Konzert in 30 Minuten anfangen und wir 30 Minuten vom Zentrum wegen (Regio). Schade, hätten das im Dussmann schon wissen müssen.

    Danke übrigens für die Link-Mail!!!

    Gruß,

    Thorsten

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