Leben Lernen

Das sind schon kuriose Sprünge, die hier gehupft werden.

Klar, nach Lernen kommt jetzt Leben lernen von Luc Ferry. Denn wer lernen kann, kann auch Leben lernen.

Doch so einfach ist das nicht. Luc Ferry macht es einem zwar einfach: er entwickelte das Buch gewissermaßen nebenbei, als er einigen Freunden im Urlaub erzählen sollte, was es mit der Philosophie auf sich hat; doch tatsächlich montiert er leichtfüssig erst einmal einige strukturbildende Achsen in das Geflecht der Philosophie und Lebensweisheit, ehe er – auf den letzten Seiten – mitteilt, wie es wohl heute noch gehen könnte mit dem sinnvollen Leben.

Unschätzbar sind die Leitlinien, die er durch Philosophie- und Religionsgeschichte leicht verständlich und bestens nachvollziehbar zieht. Orientierungspunkte sind immer »Theoria«, »Ethik/Moral« und »Heilslehre«. Denn gerade die Philosophie ist eigentlich dazu angetan, uns einen Weg zum Heil zu weisen. Das war und ist freilich schwer zu erreichen. Und die einfache Abkürzung der Religion ist keineswegs mehr gangbar in unseren postNIETZSCHErianischen Zeiten. Ob man mit dem Ergebnis des Buches d’accord geht oder nicht bleibt einerlei. Das Verständnis für Philosophie und seine Geschichte, das man gewinnt, um von da aus selbständig weiterzulesen, sind unbezahlbar.

Lange habe ich nichts so spannendes gelesen. Da steht sogar der Herr Hornby zurück.

Leben Lernen
Eine philosophische Gebrauchsanweisung

Luc Ferry
318 Seiten, € 19,90
München, 2007
Verlag Antje Kunstmann GmbH

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