Sexhungrige Blicke

In den letzten Wochen und, ja, Monaten lesen ich ganz nebenbei auch Hammet und Chandler und noch ein paar andere Kasper wieder. Man liest das nach all den Jahren, die seit der Erstlektüre vergangen sind, anders – vielleicht sogar mit noch mehr Freude.

Der dünne Mann wird plötzlich wirklich so lustig wie die Verfilmung.

Zugleich wird man sich seines Siebes bewusst: man erinnert nichts mehr von dem, was vor zwanzig langen Jahren spannende und beeindruckende Lektüre war. Lesenswert sind diese Klassiker auf jeden Fall und immer wieder.

Es fallen einem auch Einzelheiten, Details auf, die früher vielleicht nicht von Interesse waren. Zum Beispiel die Frage: Wie mixt man einen Gimlet. Dank Wikipedia findet man eine Antwort, die gleich aus dem Buch zitiert, welches einen zu dem Wiki-Eintrag geführt hat. Verblüffend.

Was jedoch nicht in der Wikipedia zu finden ist, ist diese schöne Beobachtung, die anlässlich eines Gimlets durch Marlowes Hirn huscht:

Sie hatte jenen feingesponnenen, intensiven Blick, der manchmal neurotisch ist manchmal sex-hungrig und manchmal einfach das Ergebnis drastischer Diät.

Ich freu mich schon darauf, in weiteren 20 Jahren wieder schlaflose Tage zu verbringen.

NB: Den Eintrag »Chandler wiederlesen« zu benennen, habe ich zugunsten des schnittigen »Sexhungrige Blicke« verworfen. Bringt dann mehr Zustrom.


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