Books On Demand

Alles Lamentieren um die ungelesenen Bücher hilft ja nichts. Auch das iPad-bashing nutzt rein gar nichts. Digital ist besser. Und zwar so:

Mit dem iPad kommt iBook, die digitale Buchhandlung von Apple. Und das hat nichts mit Amazon-Konkurrenz zu tun. Oder auch, ein bisschen. Denn iBook wird, wie schon iTunes und der Appshop, jedem die Möglichkeit geben, sein eigenes Werk zu verlegen.

Verleger? – Brauchts nicht.
Verlagsverträge? – Wär doch gelacht.
Agenturen? – Also bitte.
Books On Demand für die, die keinen Verleger finden. – Unnötig.

Das verkannte Genie schreibt ein erstes Kapitel und ein Treatment (ging ja auch auf Blogs schon) und bietet das bei iBook an. Wie? Zunächst kann man davon ausgehen, dass über kurz oder lang Apple, wie bei Text- und anderer Software allenthalben üblich, Schablonen bereitstellt (wobei man ja am iPad als Leser selbst. Einstellungen vornehmen kann: anderer Font, größere oder kleinere Darstellung der Typen …), mit denen man einen optisch ansprechenden Satzspiegel hat.

Das Ding stellt man kostenlos ein und macht so einen Testlauf. Wenn der Text gut angenommen wird (Vorsicht, den Enthusiasmus bitte runterschrauben: man ist einer unter Zigtausenden), kann man daran weiter arbeiten; der Fortsetzungsroman alter Schule, das Fachbuch, der Ratgeber für alle Gelegenheiten (wie ihn ja auch schon Blogs möglich gemacht haben). Man bekommt unmittelbar Feedback der Leser, kann Inhalte redaktionell sogleich verändern und zum Schluss das fertige Werk gegen einen geringen Preis (€ 1,50 gefällig) anbieten. Die Schwelle zum Kauf ist damit sehr niedrig. Zur Zeit setzt man ein eBook auf die eigenen Website, muss sich aber auch um die Abrechnung kümmern. Fachbücher lassen sich anbieten, die ständig auf dem neuesten Stand gehalten werden, Tippfehler werden kurzfristig korrigiert. Updates erhält der Leser automatisch.

Von den Einnahmen bekommt Apple einen gewissen Prozentsatz, klar, aber was ist das im Vergleich zu dem, was ein Verlag vereinnahmt – und welche Rechte er sich ausbedingt. Damit rechnen sich auch wieder die allgemein üblichen Kleinauflagen; alle Druck- und Vertriebskosten fallen weg, die freilich nicht das Gros sind für einen Verlag, aber für Nutzer von Books On Demand.

Verlage gehen dabei leer aus. Diese werden dadurch aber nicht ganz überflüssig, da sie ja, wie auch Zeitungsverlage, ihre Fachkompetenz durch herausragende Arbeit ins Licht stellen könnten. Das verlangt aber auch ein Umdenken, weg vom Produktmanager, hin zum Lektor. Und letzterer findet im Angebot von iBook vielleicht auch einen Autor, den man wieder unter Vertrag nehmen kann. Ob aber dann umfassende Verwertungsverträge noch unterzeichnet werden?

Digital ist doch besser, jedenfalls für viele.

[UpDate]
Ach ja, und eBooks im ePub-Format macht man mit Calibre.


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